#9 Chaos im Kopf? So kriegst du wieder Klarheit

20/10/2017

Hättest du gerne eine Schritt für Schritt Anleitung wie du deinem Gedankenkarussell entfliehen kannst? Stimmt, die brauchst du nicht. Die Flucht-Strategien sind ja allgemein bekannt: Ablenken, Verdrängen und Betäuben - Essen, Alkohol, Sport, Fernsehen, etc. sind dabei meist die Ersthelfer - nur leider selten mit Langzeitwirkung. 

 

Was ich dir jedoch alternativ anbieten kann, ist eine "Anleitung", wie du dem Geschehen in deinem Inneren mutig und undramatisch begegnen, Verständnis entwickeln und wieder Harmonie entstehen lassen kannst - so wie es einer Klientin diese Woche gelungen ist - und wenn du willst kann es dir genauso gelingen!

 

Gedankenkarussell und Gefühlschaos

Da sitzt also diese wunderbare junge Frau bei mir in der Praxis - "völlig durch den Wind", wie sie selbst meint. Ihre Gedanken drehen sich im Kreis. Sie weiß nicht mehr was sie will, was das alles soll, wie sie sich entscheiden soll, was sie tun soll - so geht's jedenfalls nicht weiter. Gefühlte 100 verschiedene Stimmen schwirren ihr im Kopf herum, alle reden durcheinander, haben unterschiedliche Meinungen und stürzen sie ins Gefühlschaos. Am liebsten würde sie nur noch schlafen, damit sie dieses ständige Geplapper nicht mehr hören muss. Und als wäre das noch nicht genug - das kennen wir wohl alle - gibt's dann noch das Sahnehäubchen an Selbstkritik, Beschimpfungen und strengen Ermahnungen oben drauf.

 

Hast du das auch schon mal erlebt? Ich schon - und ehrlich gesagt nicht nur einmal ;)

Da ist es doch sehr erleichternd zu erfahren, dass es sich dabei nicht nur ein sehr natürliches sondern auch durchaus sinnvolles Phänomen handelt, das sich da in unserer Psyche abspielt.

 

Unsere psychologische Software

Diese verschiedenen Stimmen in unserem Kopf - auch genannt innere Anteile, Persönlichkeitsteile oder Ego States - sind sozusagen unsere psychologische Software. Der bekannteste Anteil ist wohl der innere Kritiker, doch da gibt es noch viel mehr - z.B. die Träumerin, die Starke, der Versorger, die Vernünftige, der Schüchterne, die Kleine, der Große und und und.  Eventuell hast du auch schon einmal vom inneren Team oder der inneren Familie gehört. Wir alle haben also so einen bunten Haufen von Persönlichkeiten in uns, die mehr oder weniger miteinander klarkommen - wie im echten Leben ja auch. Sie wurden (im Laufe unseres Lebens) dazu entwickelt, uns in den Gemütszustand zu bringen, der uns bei der Bewältigung einer konkret anstehenden Lebensaufgabe am besten hilft.

 

"Naja," wirst du dir jetzt denken, "sehr hilfreich ist das ja nicht, wenn ich mir all diese unterschiedlichen Meinungen und Streitereien in Dauerschleife anhören muss."

 

Ja! Das find ich auch! Und daher möchte ich heute jene Vorgangsweise mit dir teilen, wie es der jungen Frau gelungen ist, ihre inneren EinzelkämpferInnen wieder mehr miteinander statt gegeneinander werken zu lassen. Jetzt wo sie das Prinzip verstanden, und schon zwei-, dreimal unter Anleitung erfahren hat, kann sie sich demnächst da nämlich auch selbst "durch-coachen", ohne dass sie jedes mal eine professionelle Begleitung (Coach, BeraterIn, PsychologIn o.ä.) braucht! Und du kannst das auch!

 

Das Prinzip ist relativ einfach und braucht neben etwas Übung erst einmal nur:

  • ca. 1 Stunde Zeit

  • an einem ungestörten Ort

  • Figuren, Steine, bunte Kärtchen oder ähnliches - die deine inneren Anteile repräsentieren können

  • und die Fähigkeit, in die neutrale Beobachter-Rolle zu schlüpfen (dazu gleich noch mehr!)

 

Bereit für dein Anteile-Coaching? Los geht's!

 

 

Schritt 1: In die Innere-Beobachter-Rolle schlüpfen

Mitten in unserem Innenleben, gebaut Gedanken, Bildern und Gefühlen, da ist ein Ort, der anders ist. Da ist es ruhig und entspannt. Von dort aus können wir alle anderen Teile beobachten. Ohne zu kommentieren, ohne zu beurteilen, ohne zu kritisieren, ganz neutral und gelassen. Ist dir das gelungen, dann identifizierst du dich nicht mehr mit deinen Gedanken und Gefühlen - du distanzierst dich. Dann BIST du nicht mehr diese Gedanken und Gefühle, sondern du BEOBACHTEST sie. Wenn du schon Erfahrung mit einer Form von Achtsamkeitspraxis hast, weißt du was ich meine. Falls du noch keine Erfahrung damit hast, ist das auch nicht schlimm - ich würde dir dann empfehlen, über ein paar Tage erst einmal nur dieser Qualität der Achtsamkeit zu üben oder dich professionell begleiten und anleiten zu lassen.

 

Schritt 2: Anteile erkennen & benennen

Mit Hilfe deines inneren Beobachters identifizierst du die einzelnen Anteile (d.h. die verschiedenen Stimmen, Meinungen, Ansichten) und wählst einen passenden Namen. Am besten orientierst du dich bei der Namensgebung auf die Aufgabe, die er erfüllt - z.B. die Besorgte oder der Kämpfer.

 

Schritt 3: Anteile nach Außen bringen 

Einen Anteil nach dem anderen identifizierst du also in deinem Inneren, benennst ihn und machst ihn dann im Außen sichtbar. Das können bunte Kärtchen, Steine, Figuren oder ähnliches sein - möglichst neutral und mit der Möglichkeit Augen einzuzeichnen um die Richtung zu definieren in die der Anteil schaut. Die Blickrichtung der Anteile kann etwas über die Beziehung zu anderen Anteilen aussagen. Du legst oder stellst also einen Anteil nach dem anderen auf - lass' dich dabei von deinem Bauchgefühl leiten, bleib' entspannt.

 

Schritt 3: Anteile erzählen lassen & zuhören

Es ist hilfreich dich zwischendurch immer wieder mal bewusst in die Beobachter-Rolle zu holen. Von dort aus kannst du dich der Reihe nach deinen Anteilen widmen und ihnen mal ganz genau und liebevoll zuhören. Sind alle Anteile ausreichend gehört worden und durften kritiklos sagen wie es ihnen geht, wie sie über die Situation denken, wie sie sich fühlen, welche Bedürfnisse sich vielleicht dahinter verbergen und was die Anteile dir eigentlich Gutes wollen (das tun sie nämlich in der Regel alle, wenn sie entspannt sind) - wird es Zeit für den vierten Schritt.

 

Schritt 4: Anteile miteinander ins Gespräch bringen

Jetzt kannst du schauen wie einzelne Anteile miteinander in Beziehung sind. Was denken sie übereinander? Kennen sie sich überhaupt? Was haben sie sich zu sagen? Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten können sie entdecken? ... sei ruhig kreativ.

 

Es ist deine innere Familie - schau' einfach wie du gut für sie sorgen kannst. Und dann lass' dich überraschen! Überrasch' dich selbst!!

 

Wenn du Fragen hast oder dir Unterstützung wünscht, scheue dich bitte nicht davor mich zu kontaktieren! Ich antworte dir gerne! Und jetzt wünsche ich dir viel Spaß beim Experimentieren & bin gespannt was du draus machst! Achja... MACHEN ist das Stichwort... wissen alleine reicht nicht für Veränderung - das weißt du ja :)

 

Alles Liebe & Lebensfrische,

 

Deine Conny

 

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